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Selbst­be­wusst­sein

Wie ein Meister Selbst­be­wusst­sein erlangt.

Was ist Selbst­be­wusst­sein?

Diese Frage stelle ich mir als Coach, dem auf­fal­lend häufig das Bedürfnis nach mehr Selbst­be­wusst­sein begegnet. In meiner Erfah­rung ist Selbst­be­wusst­sein eines der grund­le­gendsten Themen unseres Mensch­seins.

Was ist denn der Grund wes­halb wir gerne selbst­be­wusst sein möchten? Warum streben die Men­schen nach Selbst­be­wusst­sein?

Bei Google nach­ge­fragt findet man mit­unter heraus, dass Selbst­be­wusst­sein den Men­schen als Weg­weiser dient. Selbst­be­wusst­sein zeigt uns näm­lich, was andere von Dir halten sollen. Denn Du kannst andere nicht dazu zwingen, was sie über Dich denken sollen. Wenn Du aber den Men­schen zeigst, dass Du gemocht wirst und andere positiv von dir denken, werden sie ent­spre­chend Deinem Bei­spiel folgen.

Wir halten indes unbe­wusst Aus­schau nach Selbst­be­wusst­sein. Denn selbst­be­wusste Men­schen sind für uns wie Leucht­türme. Zum einen lassen selbst­be­wusste Men­schen andere so sein wie sie sind. Sie sind der­weil unter­stüt­zend, weil sie nichts zu befürchten haben. Sie sind aus­serdem för­dernd, weil sie ihren eigenen Wert aner­kennen. Gleich­zeitig mögen selbst­be­wusste Men­schen andere Men­schen. Sie haben eine posi­tive Welt­an­schauung und sind eine Inspi­ra­tion für andere. In der Gegen­wart von selbst­be­wussten Men­schen fühlen wir uns folg­lich wohl, weil ihr Selbst­wert auf uns anste­ckend wirkt. Sie ver­mit­teln uns ein Gefühl selbst wert zu sein.

So qua­li­fi­ziert sich Selbst­be­wusst­sein nicht nur als eines der Erken­nungs­merk­male einer Füh­rungs­per­sön­lich­keit. Wenn sich jemand selbst­be­wusst gibt, zeigt uns dies viel­mehr auf, dass wir ver­trauen und folgen können. Damit wir uns ent­spannen können. Wie ein Rudel seinem Leit­tier folgt, folgen wir dann auto­ma­tisch den Men­schen, die Stärke, Kraft und Ori­en­tie­rung aus­strahlen.

Nach­fol­gend werde ich erfor­schen, was das Wort ‘Selbst­be­wusst­sein’ eigent­lich bedeutet.

Selbst

«Sei einzig, nicht artig». Martin Wehrle

Wer bin ich? Was ist das Selbst?

Das Selbst. Das Ich. meine Per­sön­lich­keit.

Ich defi­niere das Selbst als IBP Coach als die ein­zig­ar­tige Anlage, die bereits bei unserer Zeu­gung vor­handen ist. Das Selbst ist dem­zu­folge wie ein Samen, der mit den nötigen gene­ti­schen, epi­ge­ne­ti­schen und spi­ri­tu­ellen Vor­aus­set­zungen zu einer kräf­tigen Pflanze her­an­wachsen kann. 

Der Begründer der kli­en­ten­zen­trierten Psy­cho­the­rapie, Carl Rogers, beschreibt das Selbst als flies­sende, sich ständig wan­delnde Gestalt und als Pro­zess, der zu jedem Zeit­punkt eine spe­zi­fi­sche Wesen­heit annimmt. Es ver­än­dert und passt sich in der Bezie­hung mit der Lebens­welt ständig an.

Wir erleben uns ab Geburt als das was andere uns spie­geln. Wir erleben unser Selbst als eine Reflek­tion anderer Men­schen. Die Reflek­tion ist jedoch immer nur so klar wie der Spiegel, der die Reflek­tion aus­löst. Wir sind nicht per­fekt. Des­halb hat unser Umfeld als Spiegel Schwach­stellen, Schön­heits­fehler und Defekte. Der Spiegel ist ver­zerrt.

Wir nutzen schliess­lich nur einen winzig kleinen Teil unseres Gehirn­po­ten­tials. Gemäss Neu­ro­wis­sen­schaftler werden 95 Pro­zent unseres Ver­hal­tens, unserer Emo­tionen und Ent­schei­dungen im Unter­be­wusst­sein gesteuert. Da wir unsere fun­da­men­talen Ver­hal­tens­muster die unser Leben steuern, von anderen Men­schen über­nehmen, leben wir inso­fern das Leben anderen Men­schen (Bruce H. Lipton, the bio­logy of belief).

Wenn wir uns nun ent­scheiden, unser eigenes Leben, nach unseren Gesetzen, Vor­stel­lungen und Wün­schen zu leben, müssen wir uns diesen Umstand jeden­falls bewusst machen. Des­halb ist es für die mensch­liche Ent­wick­lung unum­gäng­lich, mög­lichst ohne Ver­zer­rung zu erkennen, wer man wirk­lich ist. Dies kann nur erfahren, wer sich mit sich selber aus­ein­an­der­setzt. Beginne Dir also Fragen zu stellen.

Wie erlebst Du Dich? Wie ist Dein Ver­halten im Umgang mit anderen Men­schen? Wie reagierst Du in Kon­flikt­si­tua­tionen? Welche Aspekte an Dir magst Du? Welche Wesens­züge lehnst Du ab?

In seine eigene Kraft zu kommen – selbst­be­wusst zu sein – bedeutet, sich so anzu­nehmen wie man ist. Mit allem. Sowohl mit den hellen son­nigen Seiten als auch mit den dunklen Seiten, die viel­leicht noch im Ver­bor­genen liegen. Es bedeutet, Deine Stärken, Talente und Fähig­keiten anzu­er­kennen und zu respek­tieren. Gleich­zeitig heisst es, den Schatten auf die Spur zu kommen, Deine Schwä­chen und Ver­let­zungen zu beleuchten und zu inte­grieren. So können wir wieder ganz und uns SELBST werden.

Bewusst.

«Wir gehen immer ver­loren, wenn uns das Denken befällt». Jean Gebser

Unser Bewusst­sein ist der Sitz der per­sön­li­chen Iden­tität, des Den­kens, der Wün­sche, unserer Bedürf­nisse und Ziele. Das Unter­be­wusst­sein hin­gegen ist kein den­kender oder krea­tiver Mind. Es ist aller­dings ein unglaub­lich ein­fluss­rei­cher Repe­ti­tions-Mecha­nismus, mil­lio­nen­fach ein­fluss­rei­cher als der bewusste Ver­stand.

Wir agieren den Gross­teil unseres Daseins aus einer unbe­wussten Pro­gram­mie­rung heraus, die uns aus unserer Her­kunft und unseren Prä­gungen steuert. So han­deln wir wie im Auto­pilot Modus. Wir wie­der­holen ständig unsere Hand­lungen von ges­tern und reinsze­nieren erlebte Trau­mata in der Gegen­wart und Zukunft. Wir leben unser eigenes Leben in der Über­zeu­gung dies selbst gewählt zu haben, wenn­gleich wir gröss­ten­teils von unbe­wussten Mus­tern, Kon­di­tio­nie­rung und Kon­ven­tionen geleitet werden. Eines Tages stellen wir dann viel­leicht erschreckt fest, dass wir nicht das Leben gelebt haben das wir eigent­lich hätten leben wollen.

Der Wandel der Zeit for­dert uns jetzt auf, neu zu DENKEN, damit neues HAN­DELN ent­stehen kann.

Unser mensch­li­cher Ent­wick­lungs­pro­zess ist daher ein Bewusst­wer­dungs­pro­zess. Bewusst­heit ist die Vor­aus­set­zung für ganz­heit­li­ches Ver­stehen. Bewusst­wer­dung ist der Dreh- und Angel­punkt von Ver­än­de­rung. Um Bewusst zu werden müssen wir prä­sent werden.

Im Hier und Jetzt. SEIN.

Sein.

We are human beings – not human doings.

In der eng­li­schen Sprache kommt dieser Aspekt sehr schön zur Gel­tung. Wir ver­gessen in unserer anspruchs­vollen, sich immer schneller dre­henden Welt, dass wir hier sind um zu SEIN. Um zu fühlen, zu hören, zu sehen zu schme­cken und zu rie­chen. Um uns ganz­heit­lich zu erleben.

Doch die meisten Men­schen füllen das Leben mit viel zu viel TUN.

Um sein zu können, müssen wir zunächst ein Stück Kon­trolle auf­geben. Denn das Leben lässt sich nicht kon­trol­lieren. Dies erfahren wir in archai­schen Ereig­nissen wie im Geburts­pro­zess und spä­tes­tens wenn unser letzter Tag gekommen ist. Dann wird uns näm­lich bewusst, wie sehr wir den Mächten der Natur unter­worfen sind.

Je mehr wir das Leben kon­trol­lieren, desto weniger frei sind wir.

Es gehört Mut dazu, die Zügel los­zu­lassen und zu ver­trauen. Das Risiko, sich dem Fluss des Lebens hin­zu­geben bedeutet, sich selbst und seiner Lebens­kraft wieder zu ver­trauen. Zu ver­trauen, dass wir die Kraft haben zu gestalten, zu ver­än­dern und zu schaffen. Es bedeutet zu ver­trauen, dass wir einen Fuss­ab­druck hin­ter­lassen werden. Dass wir unserem Leben Sinn geben können.

Dass wir schluss­end­lich unser ganz eigenes Leben nach unseren Mass­stäben führen können.

Als Mensch mit SELBST.BEWUSST.SEIN.

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